![]() |
![]() |
Thomas Boerscheper ist Chef des Handballkreises und von TuRa Bielefeld
Ein Ehrenamtler, der mit 45 Jahren der Chef von zwei Vereinen ist, ist selten und kam auch in unserer Serie noch nie vor. Seit April dieses Jahres steht Thomas Boerscheper nicht nur dem Handballkreis Bielefeld-Herford, sondern auch TuRa Bielefeld vor.Als Vorsitzender des Handballkreises ist Boerscheper mittlerweile bekannt. Nicht zuletzt durch sein Engagement für den in den vergangenen Jahren stark aufgewerteten Kreispokal kennt jeder Ballwerfer zwischen Sennestadt und Mennighüffen seinen umtriebigen Chef.Dazu hat sich der Kreis in Sachen Talentförderung enorm weiter entwickelt. „Für das Handball-Camp sind wir schon weit über unsere Grenzen bekannt. Und wir haben große Resonanz bei unseren vielen Projekten, die wir neben dem normalen Spielbetrieb zusätzlich anbieten“, meint Boerscheper und ist selbst erstaunt, „dass wir mittlerweile fast 40 Mitarbeiter im Kreis haben, die eine gute Talentförderung sicherstellen“.Und auf diese Mitarbeiter kann sich Boerscheper verlassen. „Angesichts der vielen Aktivitäten im Kreis muss man auch delegieren können“, gibt Boerscheper zu. Er könne nicht immer alles im Detail wissen. Bei Terminüberschneidungen kann sich der Vorsitzende von den Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands („Da passt die Chemie total. Wir können uns blind aufeinander verlassen“) oder vom Ehrenvorsitzenden Gunter Wollmann problemlos vertreten lassen.Doch warum hat er nun auch den Vorsitz bei TuRa übernommen, immerhin ein Verein mit 800 Mitgliedern? Schließlich nahm das abendliche Abchecken von E-Mails schon in der Vergangenheit genug Zeit in Anspruch. „Irgendwann habe ich gesagt, dass ich nicht immer ablehnen kann, was ich gar nicht kenne“, sagt Boerscheper. Schon mehrfach war er angesprochen worden, ob er das Amt von Heinz Polte, der den Stieghorstern über 30 Jahre vorstand, übernehmen würde. Weil die Familie mitspielt und sein Engagement unterstützt, stellte sich Boerscheper schließlich zur Wahl und wurde im April TuRa-Vorsitzender. Mit Polte bekam er auch wieder einen Ehrenvorsitzenden, der ihn vertreten kann. „Ich versuche natürlich, möglichst alle Termine selbst wahrzunehmen.“Was sich der Familienvater im Handballkreis längst erarbeitet hat, will sich Boerscheper nun auch bei TuRa verdienen. „Mal sehen, wie mich die Stieghorster aufnehmen.“ Dabei will er aber nicht jedem nach dem Mund reden. „Ich kann auch unliebsame Entscheidungen treffen. Als Kapitän darf man sich auch etwas herausnehmen.“An einen Abschied von einem der beiden Ämter denkt Boerscheper, der 1974 bei DJK BW Bielefeld mit dem Handballspielen begann und erst 2000 TuRaner wurde, nicht. Im Gegenteil. Er hat sich noch einiges vorgenommen. „Im Kreis haben wir sehr viel um die Ohren. Wir müssen zusehen, dass der Spielbetrieb wieder vernünftig anläuft, und dann stehen auch schon wieder die Vorbereitungen für den Kreispokal an.“Bei TuRa müsse er sich noch weiter einarbeiten. „Der Verein ist zwar gut aufgestellt. Aber die Satzung muss geändert werden und der Ascheplatz in Stieghorst könnte in den kommenden Jahren vielleicht ein Thema für uns sein“, erklärt Boerscheper und verdeutlicht damit sein Motto, „immer zu probieren, etwas umzusetzen. Natürlich kann etwas zu teuer oder zu riskant sein. Aber Dinge von vorn herein nicht anzupacken, nur weil man es noch nie gemacht hat, gefällt mir nicht.“Gemäß diesem Credo wird der 45-Jährige wohl noch länger den Handballern und TuRanern vorstehen. „So lange die Mitglieder mich noch wollen und es mir Spaß macht, mache ich auch weiter. Für einen Rücktritt bin ich noch zu jung.“
(Presse NW: 12.08.2009